Beziehungspause

shutterstock/ Sergey Nivens
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Doch, doch…ihr habt schon richtig gelesen! Mein Buch und ich standen kurz vor der Trennung, als mich die bittere Erkenntnis traf, dass dieser Text, wie er da so vor mir niedergeschrieben stand, sprachqualitativ echt Grütze war. Umgangssprache und unnütze Wortwiederholungen sprangen mir auf grausame Art und Weise entgegen und ich fragte mich immer wieder: „Echt, ist das von mir? Hab´ ich das geschrieben?“ Ja, ich schämte mich so manches Mal über meine „eloquenten“ Ergüsse. Völlig demoralisiert klappte ich den Deckel zu und beschloss, dass ich Abstand brauchte! Acht ganze Wochen scharwenzelte ich um meinen Laptop herum und konnte mich einfach nicht überwinden, den Anfang zu machen. Ich setzte mich derart unter Druck, dass ich begann meine Alltagsgedanken ständig zu korrigieren, auszutauschen und umzusortieren. Wie ein Virus infiltrierte dieser Prozess meine Träume und ließ mich regelmäßig nachts aufwachen. Hach, wenn der Grübler erst einmal angesprungen ist, kann man den Schlaf getrost abhaken. Da hatte ich mich in ein schönes Hamsterrad manövriert. Mist!

Dann kamen die ersten Kapitel von meiner Lektorin zurück. Und? Überraschenderweise hat sie neben vielen gescheiten Hinweisen und Vorschlägen gar nicht so viel zu mäkeln gehabt. Das baute mich so was von auf! Und ehe der Mut mich wieder verließ, schrieb ich die ersten zehn Kapitel komplett um. Das tat überhaupt nicht weh! Ganz im Gegenteil – das war besser als Sex, sag´ ich Euch. Aber ich habe ja noch zehn Kapitel vor mir…